Projekttag zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit am 02.10.2015

„Meine Eltern haben mir erzählt, dass…“ – Mit diesen Worten begannen viele Beträge der Schülerinnen und Schüler des neunten und des zehnten Jahrgangs während des Projekttages zur 25. Jahrestag der Deutschen Einheit am Philipp Melanchthon Gymnasium in Meine. In Zusammenarbeit mit der Gifhorner Rundschau arbeiteten Schülerinnen und Schüler des PMG an der Geschichte der Deutschen Einheit.


Ausgehend von dem Mauerfall, von dem in vielen Familien überaus lebhaft erzählt wurde, bis hin zu den Problemen der Gegenwart im wiedervereinigten Deutschland reichten die vorgegebenen Arbeitsthemen. Interessant war, dass an der unmittelbaren Geschichte gearbeitet werden konnte, dass die Erzählungen der Eltern mit historischen Texten verbunden werden konnten und dass so lebendige Geschichte Teil des Unterrichts wurde.

Dies umso mehr, als in der anschließenden Podiumsdiskussion Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Gifhorn ihre persönlichen Erinnerungen zum Fall der Mauer und dem Jahrestag der Einheit präsentierten. Auf dem Podium saßen mit Marion Lau (damals Landtagsabgeordnete), Britta Scheller (damals Musikpädagogin in der DDR), Harald Wentzel (damals als Beamter des Bundesgrenzschutzes direkt an der Mauer in Duderstadt eingesetzt), Joachim Dürrheide (damals einer der ersten an der Grenze in Böckwitz/Zicherie) und Holger Fricke (damals Jugendlicher in Schöningen) weitere Zeitzeugen der Einheit, die überaus interessante Details zum Leben an der Mauer und, besonders, zum Mauerfall und der dann folgenden Wiedervereinigung ergänzen konnten.
Die Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen der Schule folgten aufmerksam den Schilderungen des Podiums. Besonders, als Frau Scheller über das schulische Leben in der DDR und danach im wiedervereinigten Deutschland und hier besonders über die Verteilung von Bildungschancen bzw. die Bevorzugung von Arbeiter- und Bauernkindern auf dem Weg zum Abitur berichtete, herrschte ungläubiges Staunen. „Wie kann das denn sein?“, so manche Nachfrage.

Schüler der Klasse 9B äußern sich überaus positiv über die gelungene Abwechslung zum Schulalltag: Nils „Ich fand die Idee mit den Zeitzeugen sehr gut, da es interessant war die Ereignisse aus ihrer Sicht zu hören. “ oder Tim „Am besten fand ich die Vorbereitung (in Gruppen mit Texten) und die Geschichten von den Zeitzeugen. Es war sehr unterhaltsam.“ oder Jonas „ Am besten fand ich die Berichte der Zeitzeugen, weil die es viel besser erklären können als ein Geschichtsbuch.“  Auch Niklas zeigt sich begeistert: „Ich fand das Gespräch sehr interessant, da die Personen, die den Mauerfall selbst erlebt haben und aus ihrer Sicht den Mauerfall beschrieben haben, alle aus anderen Gegenden kamen.“

Auch wenn gegenwärtige Fragen nach der tatsächlichen Einheit oder, viel aktueller, Fragen nach dem Umgang mit besonders den syrischen Flüchtlingen nur am Rande gestreift wurden, machten die Darstellungen deutlich, dass es keine Alternative zu unserer demokratischen Grundordnung geben kann. Nach fast zwei Stunden Diskussion wurde der sehr informative Projekttag mit der Wochenschlussandacht beendet. Im Anspiel (Paula Thielemann und Lukas Benstem, beide aus der 9D) wurde der Gedanke des Aufeinderzugehens noch einmal aufgegriffen und vertieft.

Vielen Dank an alle Beteiligten wie auch an die Gifhorner Rundschau und Herrn Koppelman für die Moderation. Ein besonderer Dank geht an das Podium, an die Kolleginnen und Kollegen der Fachkonferenzen Geschichte und Politik, die den Projekttag vorbereiteten und durchführten, an die Kollegen der Fachkonferenz Religion für die Wochenschlussandacht und an Herrn Albert und seine Schülergruppe für die Technik des Tages.

 Einige Bilder sind in der Bildergalerie zu finden.