Besuch des 8. Jahrgangs im islamischen Kulturzentrum in Wolfsburg

  

Am Donnerstag den 1.6. und den 8.6.2017 haben jeweils zwei Klassen des 8. Jahrgangs zusammen mit Herrn Wille und Herrn Dr. vom Brocke das islamische Kulturzentrum in Wolfsburg besucht. Das hing mit unserem aktuellen Thema im Religionsunterricht zusammen: „Den Islam kennenlernen.“

Vor Ort hat uns der Imam (Vorbeter) Herr Ibrahim nett begrüßt und uns durch die Moschee geführt und dabei viel erklärt, wobei wir jederzeit auch Fragen stellen konnten. Zuerst zeigte er uns eine Tafel an der Wand, auf der in Arabisch und Deutsch Informationen über die Moschee standen, z.B. dass sie 2006  eröffnet wurde und durch Spenden und Gottes Hilfe errichtet werden konnte. Anschließend führte er uns durch das Gebäude und erklärte uns die Funktionen der einzelnen Räume. Da es ein Kulturzentrum ist, gibt es nicht nur die Moschee, sondern auch Gemeinschaftsräume für Feste und Feiern, Unterrichtsräume u.a. Das Gebäude an sich ist modern und sehr schlicht eingerichtet.

Bevor wir in die Moschee durften, zeigte er uns den Waschraum in dem die rituellen Waschungen stattfinden. Bei den Waschungen gibt es eine bestimmte Reihenfolge (Hände – Gesicht – Füße)  und man muss sie vor jedem Besuch in der Moschee und vor jedem Gebet durchführen, um Gott sauber, erfrischt und wach gegenüber zu treten. (Man kann die Waschungen aber auch schon zuhause durchführen.) Außerdem darf man die Moschee nicht mit Schuhen betreten, da der Boden der Moschee mit Teppichboden ausgelegt ist. Da auf dem Teppich zum Teil kniend gebetet wird, soll dieser ebenfalls sauber sein. So zogen auch wir unsere Schuhe aus und stellten sie in die dafür vorgesehenen Regale, dann gingen wir hinein. Die Moschee selbst wirkte sehr groß, hell und freundlich. Oben ein Kuppeldach und große Fenster. Verzierungen an den Wänden gab es kaum. Auf dem Teppichboden waren verschiedene Streifen, diese dienen der Orientierung und sind eigentlich fast wie die Sitzreihen in einer Kirche. Männer und Frauen beten in zwei verschiedenen Ebenen. Die Männer unten und die Frauen oben auf einer Empore, damit sich alle jeweils alleine auf das Gebet konzentrieren können.

Danach zeigte uns Imam Ibrahim die wichtigsten Bestandteile der Moschee. Zum Beispiel die Mihrab, die Gebetsnische, die in Richtung Mekka zeigt, die Minbar, eine Art Kanzel, von  der der Imam im Gottesdienst die Predigt hält, und den Koran, die zentrale Schrift des Islams. Der Koran hat 114 Suren (Abschnitte), die der Imam alle auswendig aufsagen kann. Eine Sure hat er uns auch auf Arabisch vorgesprochen bzw. vorgesungen und uns anschließend übersetzt, was sie bedeutet (es ging um Gottes Macht und Größe).

Herr Ibrahim hat vieles von dem, was er uns erzählt hat, mit dem Christentum verglichen. Das fanden wir gut, weil man sich dann besser ein Bild davon machen konnte.

Der Gottesdienst, besser gesagt das Freitagsgebet, findet im islamischen Kulturzentrum in Wolfsburg auf Arabisch, der Sprache des Islam und des Koran, statt, die Predigt wird aber ebenso auch auf Deutsch gehalten. Dabei werden Suren (Abschnitte) aus dem Koran vorgelesen. Die erste Sure des Korans wird dabei ähnlich wie bei uns das Vaterunser genutzt. Bei den Gebeten wird immer in Richtung Mekka gebetet.

Um etwa 13:15 Uhr war das Mittagsgebt, bei dem wir zuschauen durften. Es war ein Stillgebet, d.h. die Muslime beten leise für sich, nur der Imam sagt in regelmäßigen Abständen‚ “Gott ist groß‘‘ auf Arabisch. Wenn er das gesagt hat, wechseln die Muslime die Gebetshaltung, z.B. stehen, knien, hocken, verbeugen. Die Zeiten der verschiedenen Gebete verändern sich täglich je nach Sonnenstand.

Nach dem Gebet durften wir dem Imam noch Fragen stellen, unter anderem kam auch die Frage, wie es mit dem Kopftuchtragen bei den Muslima ist. Imam Ibrahim sagte, dass es hier verschiedene Meinungen und Auslegungen des Korans gebe. Beim Gebet wäre das Kopftuch Pflicht, er sieht es auch als Pflicht im Alltag, aber letztendlich müsse jede das selber für sich entscheiden. Von selbsternannten Märtyrern, die vorgeben, im Namen Allahs und des Islam zu handeln und Anschläge verüben, distanzierte er sich deutlich. Diese Leute hätten mit dem echten Islam nichts zu tun.

Es war ein sehr informativer und lehrreicher Tag, an dem wir viel Neues über den Islam gelernt haben, obwohl wir einiges schon aus dem Unterricht kannten. Neu haben wir z.B. gelernt, dass die Muslime im Ramadan, dem Fastenmonat, abends in die Moschee gehen, um dann gemeinsam nach Sonnenuntergang zu essen. Da wird es häufig ziemlich voll und dies stärkt die Gemeinschaft. Herr Ibrahim berichtete, dass das Fasten im Sommer wesentlich schwieriger ist, da es dann länger hell ist und man erst abends wieder essen und trinken darf. Am Ende war es eine interessante und freundliche Begegnung.

 

Texte von Schülerinnen und Schülern der 8c und 8d