Besuch der Synagoge in Celle

  

Außerschulische Lernorte bieten außergewöhnliche Perspektiven. Ferner gilt die interreligiöse Kompetenz als eine Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts. Wer in religiös pluralen Gesellschaften und Kulturen lebt, sollte in der Lage sein, mit interreligiösen Überschneidungssituationen umzugehen. Daher begaben sich die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs gemeinsam mit ihren Lehrkräften auf den Weg nach Celle, um die dortige Synagoge zu besuchen. 

Äußerlich ein schlichter Bau mit repräsentativem Innenraum gilt die Celler Synagoge heute als die älteste weitgehend erhaltene niedersächsische Fachwerksynagoge. Große Teile der Inneneinrichtung wurden während der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Nach 1945 gründeten Überlebende der Schoah eine neue Gemeinde. Nach einer Restaurierung im Jahre 1974 dient die Synagoge heute der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. als Gotteshaus. Patrick Hahne, Gemeindemitglied der liberal jüdischen Gemeinde, ermöglichte den Schülerinnen und Schülern mittels eines Workshops einen Einblick in das jüdische Leben der Gegenwart. Dazu suchten die Schülerinnen und Schülerinnen diverse für das Judentum typische Gegenstände wie beispielsweise eine Menorah, eine Chanukkia, Tfillin, einen Tallit, einen Kidduschbecher und die Hawdalakerze in der Synagoge und ermittelten den verbindlichen Grundsatz des jüdischen Selbstverständnisses, das Sch’ma Israel: schəma jisrael adonai elohenu adonai echad – Höre Israel, Adonai ist unser Gott, der Gott ist einer. In der gemeinsamen Pause aßen alle zusammen die für den Schabbat typischen Challot mit Hummus. Höhepunkt des Besuchs waren das Öffnen des Thorahschreins sowie das Entkleiden und intensive Anschauen der Torahrolle.


Beatrice Wegner