„Play Luther“ am PMG

  

Ist es möglich, die Geschichte der Reformation in 90 Minuten abzuhandeln? Nein, werden Sie antworten und natürlich haben Sie damit Recht. Es ist aber möglich, ausgesuchte Ereignisse der Reformation szenisch, musikalisch und dramaturgisch so aufzubereiten, dass die Geschichte lebendig wird, so dass wir eine Idee davon bekommen, wie es „damals“ gewesen sein mag. Und genau dies haben Lukas Ullrich und Till Florian Beyerbach gezeigt, als sie mit ihrem Stück „Play Luther“ am 23.10.2017 in unserer Schule zu Besuch waren. Dieses Stück war gleichzeitig der Beginn unserer Projektwoche zu dem Thema „500 Jahre Reformation“, die am Freitag, dem 27.10.2017 mit einem großen Schulfest, dem Pflanzen eines Apfelbaumes und einer großen Andacht abgeschlossen wird.

„Play Luther“ beginnt mit Szenen aus dem Leben Luthers, die, so die Autoren, Luther geprägt haben, die seine tiefe Frömmigkeit bestimmten und damit auch seinen weiteren Lebensweg, der über seine Zeit als Mönch zur Universität nach Wittenberg und dort zum intensiven Studium der Heiligen Schrift und letztlich auch zum Anschlag der 95 Thesen führte. Die Spielszenen verdeutlichten auch die vielen Zweifel Luthers an seiner Frömmigkeit und an seinem Gott, sie zeigten weniger bekannte und eher sehr persönliche Seiten Luthers und ergänzten sich dennoch derart, dass am Ende der Vorstellung symbolhaft die EINE WELT aus einzelnen Szenenfragmenten gebildet werden konnte, in der wir heute leben.

„Play Luther“ zeigte eine überaus dichte Vorstellung einer unendlich komplexen Epoche unserer Ereignisgeschichte, die heute noch besonders mit dem christlich geprägten Freiheitsbegriff unser Leben bestimmt. In Verbindung mit der Aussage Melanchthons, dass die Zukunft eines Gemeinwesen weniger in der Stärke seiner Mauern als in der Bildung, der Einstellung und dem freiheitlichen Bewusstsein seiner Einwohner liege, ist die Reformation noch heute Auftrag einer modernen Gesellschaft.