Reformationsfest am PMG



„500 Jahre?“ „Natürlich feiere ich mit!“ Denn wann, so manche Ergänzungen, kommt man wieder dazu, einen solchen Geburtstag zu feiern. Manchen mögen sich an 1492 - 1992 erinnern, den großen Jahrestag der Entdeckung der neuen Welt, in diesem Jahr wurde mit dem 500. Jahrestag der Reformation ein weiteres epochales Ereignis in der ganzen Welt groß gefeiert. Vielleicht waren einige von Ihnen während des Reformationssommers in Wittenberg und haben dort das beeindruckende Programm miterlebt das für unsere Schule mit einer Projektwoche zur Reformation und dann einem großen Schulfest am 27.10.2017 endete. 

 
In dieser Reformationswoche arbeiteten die Klassen einzelne Ereignisse der Reformation auf, sie erstellten Karten, in denen durch die Reformation verursachte Veränderungen ablesbar waren, sie entwickelten ein Quiz mit erstaunenden Antworten („Wissen Sie, in welchem Bundesland es den prozentual höchsten katholischen Bevölkerungsanteil gibt?“ - „Im Saarland!“), sie befassten sich mit der Bibelübersetzung, sie erstellten naturtrüben Apfelsaft frei nach dem Luther zugeschriebenen Zitat „Und wenn morgen die Welt untergehen sollte, werde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen!“, sie erstellten Modelle einer mittelalterlichen Stadt und setzten sich darüber hinaus auf viele unterschiedliche Art und Weise mit den zentralen Aussagen von Luthers Schriften auseinander. Natürlich wurde auch auf seine späten Stellungnahmen zum Judentum und zur Rolle der Frau in der Familie und Gesellschaft eingegangen, diese natürlich als falsch dargestellt und immer wieder aus der Zeit heraus erklärt und dann auf sehr beeindruckende Art und Weise auch mit Mitteln des Darstellenden Spiels vertiefend dargestellt. Eine Gruppe des elften Jahrgangs zeigte selbst entwickelte Spielszenen zu Bildern Cranach, die das ganze Gebäude nutzten und beeindruckend in einem Streitgespräch im Atrium endeten, der zwölfte Jahrgang zeigte genauso beeindruckend ein szenisches Spiel zu den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit. Beiden Gruppen verdeutlichten so die individuelle Verantwortung für gesellschaftliche Freiheiten.
 
Die Bedeutung der Reformation für die Gegenwart ergab sich aus der Gesamtheit der Darstellungen aller Projektgruppen, die, wie Frau Dr. Gäfgen-Track in der Abschlussandacht verdeutlichte, die moderne Welt und modere Freiheiten erst möglich gemacht hat. Und hierin liegt wohl auch der Gewinn dieser Woche für unsere Schülerinnen und Schüler, nämlich zu erkennen, dass unsere moderne Welt uns individuelle Freiheiten gewährt, die nur in der individuellen Verantwortung und dem individuellen Engagement für unsere Gesellschaft bewahrt werden können. Dass es sich lohnt, hierfür zu kämpfen, zeigt dieser Jahrestag.  !
 
Eine Projektwochenzeitschrift hat diese Woche für uns dokumentiert. Wir denken daran, diese Dokumentation auch der Schulöffentlichkeit zukommen zu lassen und spätestens im neuen Jahrbuch noch einmal und ausführlich über diese Woche zu berichten, in der zudem am Mittwoch unsere erste Schulfete stattfand, in der uns eine Gruppe unserer Partnerschule aus Veenendal/Holland besuchte, die in der Abschlussandacht mitwirkte und in der so viel passierte, dass das Reformationsjubiläum für uns in Erinnerung bleiben wird.
 
500 Jahre Reformation? - Natürlich feiere ich mit!