Exkursion der Erdkundeleistungskurse in das Ruhrgebiet

  

Von Meine direkt nach Marxloh, drastischer hätte der Kontrast für die 44 Schüler der Erdkundeleistungskurse nicht sein können. In einer 3-tägigen Exkursion erlebten sie zahlreiche Facetten des Ruhrgebiets hautnah und bekamen einen Einblick in den Werdegang der Region.

Der Beginn der Exkursion stand in Duisburg-Marxloh unter dem Zeichen des interreligiösen Austauschs, in dem Brennpunktviertel traten die Schülerinnen und Schüler bei einer Moscheebesichtigung in den Dialog mit einer Mitarbeiterin der Bildungs- und Begegnungsstätte. Das Konzept der offenen Moschee soll dabei helfen, Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Weitere wichtige Stationen waren der Duisburger Hafen, der größte Binnenhafen Europas, und die Gartenstadt Margarethenhöhe.

Die folgenden Tage standen dann in erster Linie im Zeichen der Kohle, die für den Aufschwung im Revier hauptursächlich war. Besichtigt wurden die Zeche Zollverein in Essen und die Zeche Nachtigall in Witten. Besonders eindrücklich erschien dabei der Einblick in den für uns unvorstellbar harten Arbeitsalltag eines Kohlekumpels. Die Führungen durch die alten Bergwerksstollen wurden sehr anschaulich und lebensnah gestaltet, die Führer, entweder selbst Bergleute oder aus Bergarbeiterfamilien, beeindruckten durch Detailwissen und zahlreiche Anekdoten.

Mit der Kohle- und Stahlkrise der 1960er Jahre schien es jedoch, als sei die Region dem Untergang geweiht, es kam zu Massenentlassungen und Verfall, wofür das einstmals vermögende Duisburg-Marxloh prototypisch steht. In vielen Städten ist jedoch ein Strukturwandel – die zentrale Thematik der Exkursion – geglückt und es kam zu einer wirtschaftlichen Fokussierung auf den Dienstleistungssektor, Bildung, Kultur und Tourismus.

Sehr gut anschaulich wurde dieser Strukturwandel am Gasometer Oberhausen, das inzwischen ein Hotspot für Kunstausstellungen ist, die Schüler besuchten dabei die beeindruckende Fotoausstellung „Wunder der Natur“. Den Abschluss der Exkursion bildete auch im Hinblick auf den Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft das CentrO Oberhausen, Europas größtes Einkauf- und Freizeitzentrum.

Somit ist es auch im fächerübergreifenden Arbeiten gelungen, einen ganzheitlichen Einblick in den „Pott“ zu erhalten und zentrale Punkte des Geographiecurriculums „live“ zu erleben.

Begleitet wurde die Exkursion von Frau Knauer, Herrn Busse und Herrn Wachter.