Exkursion des Prüfungskurses Sport

Sport

Sporthochschule Köln und Multifunktionsarena auf Schalke

Morgens 10:00h in einem Hörsaal in Köln. Es ist voll, der Dozent spricht anfangs zu leise und lateinische Wörter fliegen nur so durch den Raum, angestrengte Mienen bei den Zuhörern sowie das Klicken der Laptoptastaturen als Antwort. Kurz gesagt UNI – Alltag eines Studenten/ einer Studentin, genauer gesagt eines Sportstudenten im 1. Semester im Modul „BAS 1 – Energetische Aspekte körperliche Aktivität“.

Die Schüler des Sportprüfungskurses waren positiv überrascht über die Funktion sowie den Aufbau wie der menschlichen Wirbelsäule und zum anderen erstaunt, dass eine Vorlesung nicht nur Zuhören heißt, sondern auch das Wichtigste zu filtern und zu notieren zugleich zu verstehen. So konnte man erfahren, dass die Wirbelkörper von C1 bis C7 (cervicale Wirbel), von TH1 bis Th12 (thorakale Wirbel) und von L1 bis L5 (lumbale Wirbel) klassifiziert werden. Auch, dass die doppelte S-Krümmung der Wirbelsäule als Spiralfeder und somit als physikalische Dämpfung wirkt, wurde detailliert vorgestellt. Neben dem Aufbau der verschiedenen Wirbelköper inklusive Funktion der Bandscheiben erfuhren alle, dass fast jeder Mensch an einem Bandscheibenvorfall leidet, jedoch die meisten keine Schmerzen verspüren. Zum Abschluss wurden die zahlreichen Muskeln erläutert, die mit der Wirbelsäule verbunden sind und die neueste Theorie zu Rückenschmerzen präsentiert. Demnach entstehen die meisten Schmerzen durch Überlastung der jeweiligen Muskulatur, die dann anschwillt und einen optimalen Stoffwechsel in der Muskulatur hemmt. Dadurch ist der Austausch zwischen den Blutbahnen und den Muskelzellen gestört und das angesammelte Laktat in den Muskeln kann nicht abtransportiert werden. Somit kommt es zu Verspannungen und Schmerzen. An einer weiteren Stelle erklärte der Dozent in einem Exkurs, dass bei Knorpel- oder Meniskusschäden im Knie die entstehenden Schmerzen nicht dort entstehen, sondern in der Gelenkinnenhaut, die sich entzündet und anschwillt.

Nach 60 Minuten war der erste, sehr interessante Programmpunkt an der Sporthochschule Köln vorbei. Als Erholung diente ein kleiner Spaziergang über den Sportcampus, bei dem der Olympiastützpunkt „Judo“ und „Hockey“ entdeckt wurden. Im Leichtathletikstadion der Universität ließen es sich einige Schülerinnen nicht nehmen, ein paar Runden auf der topgepflegten Tartanbahn zu drehen. Anschließend ging es zur Studienberatung, in der die verschiedensten Bachelorstudiengänge präsentiert wurden, z. B. „Sportjournalismus“, „Sport und Leistung“, „Sport und Gesundheit in Prävention und Therapie“, „Sportkommunikation und Sportmanagement“ und „Sport- und Bewegungsvermittlung im Freizeit- und Breitensport“. Aber auch die verschiedenen Forschungsbereiche in der Biomechanik oder im Antidopingkampf (eines der renommiertesten Projekte auf diesem Gebiet) wurden vorgestellt. Nach all der Euphorie bezüglich der Vielzahl an Möglichkeiten kam dann die leichte Ernüchterung, als der Sportaufnahmetest und die Zugangsvoraussetzungen präsentiert wurden (der berüchtigte Numerus Clausus). Dennoch bestand am Ende des Tages bei der Hälfte des Kurses die Motivation, den Aufnahmetest bereits nächstes Jahr anzutreten und natürlich auch die schulischen Voraussetzungen zu schaffen.

Nach einer Stärkung mit Sportleressen in der Mensa wurde dem Kurs der komplette Campus mit insgesamt 24 Hallen gezeigt, u.a. ein eigenes Schwimmbad und Turmsprunghalle, Leichtathletikhalle, drei Krafträume und eine „echte“ Turnhalle für Turner.

So ging es nach einem kurzen Aufenthalt in der Kölner Innenstadt in die Jugendherberge.

Der zweite Tag begann mit einem Kraft- und Ausdauerprogramm an der frischen Luft, um gleich etwas für die Vorbereitung hinsichtlich des Sportaufnahmetestes zu tun. Nach dem Frühstück folgte dann ein Besuch in der Veltins – Arena, die nicht nur ein reines Fußballstadion ist, sondern als Mehrzweckhalle (für z.B. Konzerte, Biathlon, usw.) dient. Besonderen Eindruck hinterließ natürlich die Dachkonstruktion und der verschiebbare Rasen, aber auch die Stadionkapelle und die Kabinen sorgten für Überraschungen. Im Museum konnte der Kurs einen Einblick auf das sog. Scouting und die berühmten Taktikbögen gewinnen und somit über die Arbeit eines Profitrainers und seines Stabs viele Erkenntnisse gewinnen. Beim Training der Reserve der ersten Mannschaft des 1. F.C. Schalkes hatte der Kurs die Gelegenheit, die Trainingsgestaltung und -steuerung live zu erleben.

 

Eine rundum gelungene Exkursion mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Erkenntnissen.

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