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Je ver-rückter desto besser!

Bilder sind Formsprachen für Gefühle, die in uns verborgen liegen. Erst, wenn wir wissen, wie wir empfinden und unsere Wahrnehmung schulen, können wir auch einen Ausdruck dafür finden.

Unsere Sinnesorgane sind die Schnittstelle zur Außenwelt. Wir definieren uns über Begegnungen mit anderen Menschen, über unsere Umwelt und nicht zuletzt über die Dinge, mit denen wir uns umgeben. Immer auch verknüpft mit sinnlichen Eindrücken. Je intensiver der sinnliche Reiz, desto intensiver die Erinnerung. Körper- und Raumbezüge gehen hierbei eine enge Symbiose ein. Für den Betrachter sind bestimmte Zusammenstellungen wiederum mit eigenen Mustern verknüpft, zu denen er oder sie persönliche Bezüge herstellen kann, oder auch nicht; als Vorurteil behaftetes Bild oder als Horizonterweiterung.

Für uns selbst sind persönliche Räume Zeitzeugen unserer Erlebnisse und Unternehmungen,  sind verhaftet im emotionalen Gedächtnis. Wir gestalten sie, füllen sie mit Erinnerungen oder auch mit rein nützlichen Dingen für den täglichen Gebrauch. Sie erzählen verschiedenste Geschichten und einige von ihnen können mit uns zu tun haben. Indem wir uns ein Bild von den Dingen und den Räumen machen, entwerfen wir auch ein Bild von uns selbst immer wieder neu.

Gert Selle beschreibt dies so: “Die Dinge sind ein Gegenüber, zur Mauer des Widerstandes aufgeschichtet, an der wir unser kulturelles und persönliches Ich definieren.” (Gert Selle, Siebensachen, S.18)

Symbolische Bedeutungen, Sinngehalt, geschichtlicher Zusammenhang, all dies ist innerhalb einer Werkanalyse nichts ohne die Dinge, die uns Menschen eigen sind. Wir sind nichts ohne Emotionen, ohne unsere Sinne, die uns die Richtung weisen, uns ständig abgleichen mit persönlichen Lernmustern und verknüpften Emotionen. Gegenstände oder auminstallationen bieten folglich für SuS eine enorme Reibungsfläche, sie stehen entgegen.

Hier aber ist der Aufbau und die Anordnung, das ver-rückte und ent-zweckte Moment das eigentlich interessante. Was passiert durch das Verschwinden lassen bestimmter Details, durch die noch zuzuordnenden Spuren im Raum und dem immer wieder neu zu betretenden Raum? Bildet sich hier etwas, das dem menschlichen Geist entgegentritt und ihn in die Irre leiten möchte? Unsere Wahrnehmung wird hinterfragt, wir fühlen uns in die Enge getrieben und zweifeln an der Sinnhaftigkeit. Es kann nie genügend unterschiedliche Zugangsweisen innerhalb einer Auseinandersetzung mit einem Kunstwerk geben.

Je nach Jahrgangsstufe versuchen wir in der Fachgruppe Kunst am PMG, die Lernenden für unterschiedlichste Zugangsweisen zu begeistern, neben den Fähigkeiten in Zeichnung, Malerei, Druck, Plastik, Architektur, Film oder Fotografie kommen aber auch immer wieder theoretische Ansätze zum Tragen, stets stark verknüpft mit der eigenen Wahrnehmung und der Möglichkeit einer individuellen Schwerpunktsetzung. Dabei versuchen wir unter der Beachtung der facheigenen Rahmenpläne immer wieder, die unterschiedlichsten Ansätze für die Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen.

Innerhalb des WPK A Unterrichtes

… bietet sich die Möglichkeit, das Fach bezüglich der neuen Medien wie Film oder auch der Klangkunst weiter zu öffnen. Hier erstellen die SuS eigene Kurzfilme, Stop Motion Videos, Trailer oder Musikvideos. Sie entwerfen Soundscapes oder vertonen Bekanntes, füllen Räume lediglich durch Klänge. Eine starke Zusammenarbeit mit dem Fach Darstellendes Spiel ist hier gewollt und bietet den Lernenden die Möglichkeit, bereits in Klasse 8 ihre darstellerischen Fähigkeiten zu erproben und ihre individuelle Ausdrucksstärke zu verbessern.

Weiter gibt es die erweiterte Erfahrung des Schulgeländes durch die aktive Gestaltung z. B. durch Land Art oder auch die wiederholt durchgeführte Graffiti-AG.

Begegnung mit dem Original

Im Fach Kunst können wir im Unterricht bis auf wenige Ausnahmen nur mit Reproduktionen arbeiten, die von der Größe, Farbigkeit, Oberflächenbeschaffenheit etc. oft erheblich von den Originalen abweichen. Deshalb finden wir es sehr wichtig, dass Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen – besonders aber in der Einführungsphase und der Qualifikationsphase – Kunstwerke jeglicher Art, auch solche aus dem Bereich der angewandten Kunst und Architektur, soweit wie möglich im Original sehen können, da man hier die sinnlichen Ebenen viel intensiver in eine aktive Auseinandersetzung einbinden kann.

Dies bietet sich natürlich in besonderem Maße in Bezug auf Kunstwerke an, die in einem unmittelbaren Zusammenhang zu den im Unterricht behandelten Themen stehen.

Erkundungen und Expertengespräche

Im Sinne einer Öffnung des Lernortes Schule finden auch folgende Verfahrensweisen unterrichtliche Anwendung: Die Schülerinnen und Schüler erkunden historische und zeitgenössische Werke der Bildenden Kunst, der Architektur und der Angewandten Kunst in der Region – ggf. unter Einbindung externer Fachkräfte. Auch außerschulische Institutionen wie externe Partner, z. B. Architektur- oder Grafikbüros, aber auch Graffiti-Künstler, können Ziele für den aktiven Austausch werden.

Exkursionen

  • In der Qualifikationsphase fahren Schülerinnen und Schüler von Kunstkursen auf erhöhtem Niveau an einem Wochenende z.B. nach Berlin, um in Museen und Ausstellungen Kunstwerke zu betrachten, die einen direkten Bezug zu den verbindlichen Vorgaben für das  Zentralabitur haben.
  • Ganztägige Exkursionen zu überregional bedeutenden Ausstellungen – wie z.B. der Documenta in Kassel – bieten wir allen Schülerinnen und Schüler von Kunstkursen auf erhöhtem Niveau. Je nach Möglichkeit allerdings auch in der Sek I
  • Der jährliche Rundgang an der Hochschule für Bildende Künste sollte von den Schülerinnen und Schülern besucht werden können.
  • Exkursionen sollen nach Möglichkeit im Kunstunterricht durchgeführt werden.

Wettbewerbe und Begabtenförderung

Über den Unterricht hinaus beteiligen sich die SchülerInnen und Schüler bereits seit Jahren erfolgreich an überregionalen Wettbewerben wie z. B. „Jugend gestaltet“, bei welchen sie als Gewinner die Möglichkeit nutzen können, einmal selbst in einem Museum ihre Arbeiten ausstellen lassen zu können.

Auch vermitteln wir immer wieder Plätze für die Begabtenförderung in Braunschweig, bei welcher die Lernenden mitunter auch Workshops mit ortsansässigen Künstlern durchführen können oder auch eigene Ausstellungen organisieren und durchführen.

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