Sortiere deinen Müll! – WPK B besucht Alba-Entsorgungszentrum

WPK

Im WPK B des 9. Jahrgangs stand unser „ökologischer Fußabdruck“ im Zentrum des letzten Schuljahres. Dieser Fußabdruck gibt an, wieviel Fläche jeder Mensch durch seinen Lebensstil verbraucht. Leider kommt dabei heraus, dass für die Lebensweise, die wir hier in Deutschland haben, die Fläche eines Planeten nicht ausreichen würde.

Da unsere Erde aber nicht einfach wachsen kann, sollten wir uns für die Zukunft andere Lebens- und Wirtschaftsweisen überlegen, wollen wir nicht diese Erde zerstören. Dabei geschieht die Zerstörung einerseits durch die Ausbeutung der vorhandenen Ressourcen, andererseits durch die Ablagerung der Abfälle unserer „Zivilisation“ auf dem ganzen Planeten. Insbesondere die Problematik rund um das Thema Plastikmüll wurde von mehreren Referatsgruppen genauer untersucht. Um einen Eindruck über die Müllmengen zu bekommen, die alleine in Braunschweig täglich anfallen, haben wir das ALBA-Entsorgungszentrum in Watenbüttel besucht.

Dabei fielen gleich die riesigen Mengen Plastikmüll auf, die nach sortenreiner Sortierung auf dem Hof in Form von gepressten Würfeln lagerten und auf eine entsprechende Wiederverwertung warteten. Nicht schön anzusehen, aber ein Schritt in die richtige Richtung, denn, alles was hier lagerte, war tatsächlich für das Recycling und somit für eine erneute Nutzung bestimmt.

Ernüchternder war die Bilanz dann aber bei der Restmüllverladung: Täglich wird der Inhalt von 9000 Restmülltonnen hier angeliefert und in Container gepresst, die dann zur Müllverbrennung nach Magdeburg mit dem Güterzug gefahren werden. Pro Woche drei Züge von beeindruckender Länge. Noch immer wird also viel zu viel Müll „produziert“, für den es dann keine weitere Verwendung gibt, als ihn zu verbrennen. Welch eine gigantische Verschwendung von Rohstoffen!

Besser sieht die Bilanz beim Bio-Müll aus: Garten und Küchenabfälle werden in einer speziellen Anlage vergoren und so zu Biogas umgewandelt, das zum Heizen genutzt werden kann bzw. direkt in das Gasnetz eingespeist wird (dieser Anlagenteil verursachte erhebliche Geruchsentwicklung, was nicht jedem unserer Schüler gefiel). Was dann überbleibt ist theoretisch wertvoller Kompost, der als Blumenerde und Dünger wieder an Verbraucher bzw. Gärtnereien und landwirtschaftliche Betriebe abgegeben werden kann. Soweit die Theorie, denn leider befindet sich im Bio-Abfall viel zu viel Plastikmüll, der nur schwer wieder herauszusortieren ist, und so den Wert des Kompostes deutlich herabsetzt. Gleichzeitig besteht gerade durch den enthaltenen und feinst zerkleinerten Plastikmüll (=“Mikroplastik“) die Gefahr, dass diese Partikel sich in der Nahrungskette anreichern. Hier sind also wir alle als Verbraucher gefragt: In die Bio-Tonne gehören keine Plastiktüten, Folien, Blumentöpfe und was auch immer man meint dort reinschmeißen zu müssen.

Wenn es wirklich gelingen soll, unser Leben nachhaltiger und damit zukunftsfähig zu machen, ist jeder einzelne Verbraucher gefordert: Nur die Vermeidung von Müll hilft hier wirklich, und sollte der Müll nicht vermeidbar sein, dann muss er konsequent sortiert werden, damit eine Wiederverwertung möglich wird.

Leider schafft hier die Politik zu wenig Anreize, denn im Moment hieße eine geringer werdende Müllmenge auch geringer werdende Gewinne für die Entsorgungsunternehmen, und somit hat niemand ein wirkliches Interesse daran, das Müllaufkommen zu verringern – ganz im Gegenteil: Mehr Müll bedeutet eben mehr Gewinne für die Unternehmen, die natürlich ihren Aktionären gegenüber zu steigenden Gewinnen verpflichtet sind. Dies gab die ALBA-Mitarbeiterin, die uns fachkundig durch die Anlage führte, freimütig zu. Somit wundert es nicht, dass die Müllmengen immer noch ansteigen.

Mit vielen wichtigen Erkenntnissen beendeten wir den Besuch bei ALBA.

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