„Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg!“ Ein Weihnachtswunder im Jahr 2020

Matthäus beginnt seine Weihnachtsgeschichte bekanntlich mit den „Weisen aus dem Morgenland“, die auf der Suche nach dem neugeborenen König sind: „Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen ihn anzubeten“. (Mt 2, 2)

Versucht man sich diesem überlieferten „Stern“ historisch-kritisch zu nähern, so gibt es naturgemäß nicht viele passende Ereignisse, die aus der fraglichen Zeit überliefert sind. Ein kosmisches Phänomen aber, das klar belegbar ist, ist die „große Konjunktion“ von Jupiter und Saturn. Hierbei sieht es aus der Perspektive der Erde so aus, als würden beide Planeten ihre Bahnen kreuzen und teilweise zu einem einzigen Lichtpunkt verschmelzen (obwohl natürlich zwischen beiden Millionen Kilometer Abstand sind).

Diese besondere Konstellation der Planeten tritt nicht allzu häufig, aber dabei trotzdem regelmäßig ein. Im Schnitt alle 20 Jahre ist diese Beobachtung möglich. In diesem Jahr sind sich beide Planeten sogar so nah, wie seit 400 Jahren nicht mehr.

Der „springende Punkt“ an der Geschichte ist, dass für das Jahr 7 n.Chr. eine „große Konjunktion“ nachweisbar ist. Somit haben wir hier einen „heißen Kandidaten“ für den Weihnachtsstern! Und wenn man vom Jahr 7 in 20er Schritten weiter rechnet (und dabei auf Grund von Bahnschwankungen nicht allzu genau vorgeht), wo landet man? Genau, im Hier und Heute: 2020!

Wer in diesen Tagen am frühen Abend zwischen 17:00 und 18:00 Uhr an den Südwesthimmel blickt, sieht IHN: Den „Weihnachtsstern“! Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem so vieles von dem, was wir Weihnachten zuschreiben, nicht sein darf, ausgerechnet in diesem Jahr können wir das Himmelsphänomen beobachten, das in der Rückschau des Evangelisten als Zeichen der Geburt Jesu gedeutet wurde.

Wer will, kann dies  – wie damals die „Weisen“ –  als Zeichen der Hoffnung, der Veränderung, des Neuanfangs sehen: Dieser „Stern“ gibt uns Hoffnung in dunkler Zeit! Gott kommt zu den Menschen und die Boten Gottes verkünden den Menschen große Freude: „Euch ist heute der Heiland geboren!“ (LK 2, 10)

Die Tragweite dieser Botschaft lässt sich vielleicht erst in Leid und Dunkelheit erfassen, doch dafür leuchtet sie dann umso heller. Damals wie heute gilt:

„Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn und lässt uns alle das Wunder hier sehn, das da geschehen, was niemand gedacht, Stern über Bethlehem, in dieser Nacht!“

Frohe Weihnachten!

Für alle die es wissenschaftlicher angehen wollen: https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/das-weihnachtliche-rendezvous-von-jupiter-und-saturn.aspx

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